Beim traditionellen Turnier in Hastings gewann der junge Engländer Parker durch eine Reihe brillanter Kombinationen und gewagter Figurenopfer eine Partie, die man allgemein bereits verloren geglaubt hatte.
Nach seinem Sieg wurde Parker von allen Seiten beglückwünscht. Nur Alexander Aljechin (Weltmeister 1927 bis 1935 und 1937 bis 1946) runzelte missbilligend die Stirn. «Eines muß ich Ihnen sagen, mein junger Freund», meinte er in vorwurfsvollem Ton, «wenn Sie richtig gespielt hätten, dann hätten Sie diese Partie niemals gewonnen!»
Freitag, 26. Oktober 2007
Aljechin kommentiert
Dienstag, 23. Oktober 2007
Zerstreutheit eines Weltmeisters

Als Emanuel Lasker (Weltmeister von 1894 bis 1921) einmal von London nach Paris reiste, begab er sich sofort ins berühme Schachcafé "Café de la Régence". Am Abend, als es Zeit war, heimzugehen, konnte sich Lasker nicht mehr an die Adresse seines Hotels erinnern. Er schickte ein Telegramm an seinen Freund in London, allerdings vergaß er, die Adresse des Pariser Postamts anzugeben. Lasker wartete, schlenderte stundenlang durch die nächtlichen Pariser Straßen und kam gegen Morgen wie zufällig bei seinem Hotel an. An der Rezeption des Hotels fand er folgendes Telegramm:
"An Dr. Lasker, Paris, Rue de Latour 12. Du wohnst in Paris, Rue de Latour 12."
Montag, 22. Oktober 2007
Bobby Fischer steht schlecht
Morphy antwortet Fine

Der amerikanische Großmeister Reuben Fine geriet eines Tages in eine spiritistische Sitzung und wurde gefragt, ob er mit irgendeinem Geist Verbindung aufnehmen möchte. Fine bat darum, den Geist von Morphy (berühmter amerikanischer Großmeister des 19. Jahrhunderts - siehe Abbildung) erscheinen zu lassen. Und tatsächlich, nach kurzer Zeit wurde gemeldet, der Geist von Morphy sei bereit, um Fragen zu beantworten. Fine wurde also aufgefordert, durch das Medium eine Frage an ihn zu richten. Darauf Fine: «Bitte fragen Sie ihn, ob im Evans-Gambit Schwarz im 6. Zug besser mit dem Läufer den Bauern schlägt oder Lb6 spielen soll!» -
Es heißt, daß Fine gerade noch lebendig den Raum verlassen konnte...
Reuben Fine (Aufnahme von 1937)
Sonntag, 21. Oktober 2007
Michail Tal erinnert sich

Bei der 24. UdSSR-Meisterschaft wollte Großmeister A. Gipslis den für sein phänomenales Gedächtnis bekannten Michael Tal, Weltmeister 1960/61, auf die Probe stellen und fragte:
«Mischa, kannst Du Dich zufällig erinnern, welche Variante Keres als Weißer in einem Damengambit gegen Boleslawski in der 3. Runde der 20. UdSSR-Meisterschaft gespielt hat?»
«Du willst mich wohl zum Narren halten!» antwortete Tal. «Die Partie Boleslawski-Keres war nicht in der 3., sondern in der 19. Runde; Keres spielte nicht mit den weißen, sondern mit den schwarzen Steinen; und außerdem war es kein Damengambit, sondern eine Spanische Partie!»

